Kapitel 1

Kalt, es schien auf einem mal alles um sie zu verschwimmen, die Welt wie sie die junge Frau einst kannte löste sich in ihre Bestandteile auf, zerfloss vor ihren Augen, wie ein Eis in der Sonne, inerhalb weniger Sekunden ertönten die Schreie. Schreie aus ihrer eigenen Kehle! Wo war sie, was sollte sie hier und was würde dieser Ort für sie bringen?

Es war nicht mehr Los Angeles wo sie sich befand, nicht mehr die Straße in die sie gerade einbog um zur Arbeit zu kommen, kein Stimmengewirr der hektischen Menschen der Erde, welche befürchteten zu spät zur Arbeit zu kommen oder die Ereignisse des Wochenendes untereinander auszutauschen. Diese, neue Welt war anders. Dunkel, kalt und heiß zugleich, die Luft lies die Bilder vor Leysas Augen verschwimmen vor Hitze und ihren Körper vor Kälte erzittern. Es war eine Einöde, wenige Büschel Gras wogen sich sanft im nicht herrschenden Wind, sie schienen bei jeder Bewegung zu schreien, zu jammern und ihre Pein hinaus zu brüllen. Ein seltsamer Schauer lief Leysa über ihren Rücken, irgendetwas kam ihr bekannt vor an diesem Ort, einen Moment sah sie sich um! Los Angeles, dieser Ort war wirklich Los Angeles, ihr Zu Hause, ihre Heimat seit einigen Jahren, aber was war geschehen, was lies diesen Ort so aussehen?

"Moment" hörte sich sich selbst mit einem mal sagen, ihre dunkle, leicht raue Stimme schien die Hitze der Luft kurz zu verscheuchen

"Was mach ich hier eigendlich, ich weiß doch genau wo ich bin!"

Eine Feststellung die sie eigendlich schon seit ihrem Eintreffen hier in sich trug doch waren die Fragen nach dem Wo lauter gewesen als die Antworten auf diese Fragen.

"Wozu bist du was du bist Leysa, sieh deine Wurzeln, nach all der Zeit bist du da wo du wirklich zu Hause bist" erklang eine Stimme in ihrem Kopf, eine vertraute Stimme und dennoch machte sich Angst in dem zierlichen Körper der jungen Frau breit, konnte man es Panik nennen? Nein das wohl eher nicht, doch Unbehagen herrschte vor. Sie wusste das sie nicht ewig hier in den brennenden und lodernden Ruinen L.a.´s stehen konnte, der Weg führte weiter, weiter zu jenem Tor welches am Ende der Straße sein morsches Leben fristete, der Hitze trotzte und nur jenen Einlass gewährte welche gerufen wurden.

Es war damals in Paddington, als die Familie sich über Nachwuchs freute, ein seltsames Kind wie die Nachbarn munkelten, schon damals im 17. Jahrhundert wusste die Nachbarschaft das mit jener Familie Brooks etwas nicht stimmen konnte, dabei gaben die Eltern sich solch eine Mühe so zu sein wie alle Anderen. Ein kleines Anwesen, Bedienstete, nach außen einen Hohen Stand in der Gesellschaft doch hinter dem Rücken der Brooks standen die Mäuler nicht still! Hexe nannten sie jene Frau des Hauses, Hexer den Herren. Lagen sie so falsch? Wichen die Befürchtungen der Bewohner nicht in die falsche Richtung? Der Vorstand der ansässigen Kirche schimpfte jene Dämonen wenn sie nicht zugegen waren. Wenn er damals gewusst hätte wie richtig der alte Mann doch lag mit seiner Hetzerrei. Und nun wart auch noch ein Kind geboren in jene abtrünnige Familie, eine Tochter, ein kleines Mädchen, welches man nicht oft in der Stadt sah als sie noch klein war. Die Eltern entschuldigten dies mit einer Krankheit und das sie nicht wollten das jenes Kind unter einer Ansteckung dahinsiechte. Doch was geschah hinter den Mauern des Anwesens? Bereits einige Tage nach ihrer Geburt, die die Mutter mehr als nur anstrengte konnte das Kind bereits krabbeln, einige Wochen später sogar laufen. Mit gerade einem halben Jahr war ihr das Sprechen gegönnt, lesen ein halbes Jahr darauf. Stetig wechselten die Bediensteten des Hauses, nur eine blieb bis ins hohe Alter, eine der hunderten die in den Jahren bis Leysa 7 Sommer zählte das Haus betraten und schnell wieder verließen. Ab und an sah man das Kind, mit den langen, schwarzen Haaren und der Vorliebe für rote Kleidung im Garten spielen, mit ihrem Hund den ihr Vater ihr schenkte zu ihrem fünften Geburtstag oder war es der den sie erst vor kurzem bekam? Auch Tiere kamen und gingen, nur gingen sie auf ihrem letzten Weg des Lebens.